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In
einer Verkaufsurkunde vom Jahre 1222 für das Kloster Waldsassen erscheint
als Urkundenzeugnis erstmals der reich begüterte egerländische
Ministeriale Bertholdus de Honberch, der sich nach seiner im
Zeitraum von 1170 - 1222 erbauten Hauptburg nannte. Seine Burg lag an der
Egerer Handelsstrasse nach Westen, so hatte er ein reiches Maß an
Straßengeleit und -sicherung zu erfüllen und erfreute sich daher guter
Vermögensverhältnisse. Das hohe Ansehen der Herren von Hohenberg
dokumentiert sich in nicht weniger als zwölf Klosterurkunden, wo sie als
Zeugen stets an hervorragender Stelle genannt sind.
Zum
Schutze der Burg wurde auf dem "freien Berg" Hohenberg in zwei
Burggütern und einer kleinen dörflichen Siedlung eine besondere
bevorrechtigte Mannschaft ansässig gemacht. Aus dieser Burgkolonie
entwickelte sich der spätere Marktort. Burg und Siedlung waren Mittelpunkt
eines herrschaftlichen Komplexes, von dem aus das politische und
wirtschaftliche Leben bis weit hinein in das Fichtelgebirge bestimmt
wurden. Der Verkauf des Lehensrechtes an der Burg Wunsiedel im Jahre 1285
an Burggraf Friedrich III., ist das letzte, was über Kneussel von
Hohenberg bekannt wird. Auch wenn 1322 in der Liste der verpfändeten
egerländischen Orte die "Veste Hohemberg" an erster Stelle genannt
wird, blieben Burg und Gebiet im Besitz der Nürnberger Burggrafen, die den
Ort zu einem Verwaltungsmittelpunkt (Amt) innerhalb des von ihnen
erworbenen Gebietes und der ab 1504 sogenannten "Sechsämter"
machten. Das Amt und Gericht Hohenberg sollte gemäß einer alten Tradition
"nach der Stadt Wunsiedel vor anderen Städten, Märkten und Flecken, Amt
und Gericht der Sechs Ämter den Vorzug haben". Als einer der ersten
Amtmänner erscheint 1393 ein Irmfried von Seckendorff "yzunt
amptman zu Hohenberg".
Erstmals
wird 1421 die Hohenberger Kirche genannt, 1528 die Reformation eingeführt.
Nach dem Wunsiedler Landbuch von 1499 hatten die Einwohner "ihr eigen
Halsgericht" und standen auch "selbsten zu Recht". In Hohenberg bestand
bis 1799 eine kaiserliche Freiung, ein Asyl, "der man sich (1499)
ob Menschen Gedechtnus allweg je gebraucht hat". Innerhalb eines durch
vier pyramidale Freiungssäulen abgegrenzten Bezirks genoss ein Verfolgter
Rechtsschutz bis zum Ausgang seiner Sache.
Im
Jahre 1430 wurde bei dem großen Hussiteneinfall mehr "verbrannt" und
"verwüstet" als nur ein Burggut, 1462 wurde bei der Belagerung der Burg
ein Turm durch böhmisches Kriegsvolk angezündet. 1553 wurde sie gar durch
böhmische Heerscharen eingenommen. Anlässlich eines Fußfalls der vier
Bürgermeister vor dem Landesherrn Markgraf Albrecht Alcibiades
1549, erfolgte die Verleihung eines Ratssiegels und Erneuerung älterer
Marktrechte. Im 30jährigen Krieg wurde Hohenberg ab 1631 viel von
Durchzügen betroffen. Die Burg selbst war 1622 mit 100 Mann Besatzung
belegt. Sie wurde 1632 wieder eingenommen durch kaiserliche Truppen,
nachdem der Arzberger Ausschuss den Schirndinger Pass nicht halten konnte.
1808-1810 hatte Hohenberg französische Besatzung. Im April 1945 wurde der
Ort durch amerikanischen Artilleriebeschuss zu 30% zerstört.
Eine
heilkräftige Mineralquelle am Fuße des Burgberges wurde schon im 17.
Jahrhundert kurmäßig gebraucht. 1824 entsprach die bayerische Königin
Caroline dem Wunsch der Gemeinde, "daß dem daselbst neu zu eröffnenden
Gesundbrunnen Mein Name beigelegt werde". Auch feiert man seit 1823 ein
sogenanntes "Wiesenfest", welches damit zu den ältesten
Wiesenfest-Feiern im Nordbayerischen Raum zählt. 1814 begründete hier
C.M.Hutschenreuther die erste Porzellan-manufaktur in Nordbayern, in
deren Folge seit 1998 die Fa. Dibbern ihr weltweit bekanntes
Bone-China Porzellan herstellt. Chenille-Erzeugnisse der Fa. Feiler
sind weltweit geschätzt.
Nach
der Eingemeindung der idyllisch gelegenen Nachbarorte Neuhaus und
Sommerhau im Jahre 1978 wurde 1982 in Hohenberg das "Deutsche
Porzellanmuseum" eröffnet. Die Partnerstädte von Hohenberg sind seit 1981
Hohenberg a.d.Traisen (Niederösterreich) ,seit 1993 Balatonkereztur (am
Plattensee in Ungarn) und seit 2007 die Nachbargemeinde Libà (Tschechische
Republik).
Siegfried Röder
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